Rechte Winkel sind die Ausnahme. Treppen steigen mit 30 bis 40 Grad, Rampen mit 4 bis 6 Prozent, Grundstücke fallen um ein paar Grad ab – und jedes Mal stellt sich dieselbe Frage: Welches Bauteil nimmt diesen Winkel auf?
Erst messen, dann bestellen
Den Winkel einer Treppe bestimmt man ohne Winkelmesser: Steigung durch Auftritt. 17 cm Steigung auf 29 cm Auftritt ergeben einen Tangens von 0,586 und damit rund 30 Grad. Bei Rampen wird meist in Prozent gerechnet – 6 % sind etwa 3,4 Grad.
Die vier Bereiche
| Winkel | Bauteil | Typischer Fall |
|---|---|---|
| 0–11° | verstellbarer Bogen (154), Fußplatte mit Neigungsausgleich (152) | Rampe, Gefälleausgleich, leicht geneigte Fläche |
| 15–60° | variabler Bogen (124) | Treppenhandlauf, der Standardfall |
| 40–70° | variabler Bogen (123) | steile Treppe, Kellerabgang |
| 90° | Bogen 90° (125), Eckstück | Handlaufende, rechtwinklige Ecke |
| frei | Gelenkstück (173), Doppelgelenk (167, 168) | alles, was sich später noch ändern soll |
Zwei Winkel gleichzeitig
Wo eine Treppe zusätzlich um die Ecke geht, stoßen zwei Winkel aufeinander. Dafür gibt es zwei Wege: ein Doppelgelenk, das beide Richtungen aufnimmt, oder die Trennung in zwei Bauteile – Bogen für den Höhenwinkel, Eckstück oder T-Stück für den Grundriss.
Der häufigste Irrtum
Ein starrer 90-Grad-Bogen an einer Stelle, die eigentlich 88 Grad hat, verspannt die ganze Konstruktion. Das Rohr lässt sich zwar mit Gewalt hineindrücken, steht danach aber unter Vorspannung – und die arbeitet über Jahre gegen die Klemmung. In solchen Fällen ist der verstellbare Bogen die richtige Wahl.
Die vollständige Auswahlhilfe steht unter Bogen, Winkel oder Eckstück, das Sortiment unter Rohrverbinder Bögen und Gelenke.