In jeder Produktbeschreibung unserer Temperguss-Rohrverbinder steht ein Block mit vier Zahlen: zulässiges Biegemoment, zulässige Demontagekraft, Sicherheitsfaktor und Anzugsmoment. Die stehen da nicht zur Dekoration. Was sie bedeuten – und was sie nicht bedeuten.
Die Grundlage: TÜV Rheinland, Prüfbericht Nr. 17704961 001
Unsere Rohrverbinder aus Temperguss sind vom TÜV Rheinland bauartgeprüft. Geprüft wurde nicht ein Musterstück, sondern das System: Verbinder plus Rohr plus Klemmschraube, in verschiedenen Baugrößen und Belastungsrichtungen. Die Werte in den Artikeln stammen aus diesem Bericht.
Zulässiges Biegemoment
Das Biegemoment beschreibt, welche Hebelkraft die Verbindung aufnehmen darf. Angegeben in kNm – Kilonewtonmeter. Ein Beispiel: 1,0 kNm bedeutet vereinfacht, dass an einem Hebelarm von einem Meter eine Kraft von 1 kN (rund 100 kg) wirken darf.
Der Wert steigt mit der Baugröße. Ein Verbinder für Ø 21,3 mm liegt bei etwa 0,3 kNm, einer für Ø 48,3 mm bei rund 1,3 kNm. Beim Geländer ist dieser Wert der entscheidende: Die Holmlast drückt seitlich gegen den Pfosten, und was am Fußpunkt ankommt, ist ein Biegemoment.
Zulässige Demontagekraft
Sie sagt, mit welcher Kraft sich der Verbinder axial vom Rohr abziehen lässt, bevor die Schneidschraube nachgibt. Angegeben in kN. Werte zwischen 4,9 und 11,8 kN sind typisch – 11,8 kN entsprechen etwa 1,2 Tonnen.
Verbinder mit zwei oder drei Klemmschrauben halten mehr als solche mit einer. Deshalb steht bei manchen Artikeln die Anzahl der Schrauben ausdrücklich dabei.
Sicherheitsfaktor 2,0
Die angegebenen Werte sind keine Bruchlasten, sondern zulässige Lasten. Zwischen ihnen und dem tatsächlichen Versagen liegt Faktor zwei. Das ist Reserve für Fertigungstoleranzen, Montagefehler, Alterung und Lastspitzen – kein Freibrief, sie planmäßig zu überschreiten.
Anzugsmoment 40 Nm
Die wichtigste Zahl, weil sie als einzige in Ihrer Hand liegt. Die Edelstahl-Schneidschraube – je nach Verbinder in 1/4" oder 3/8" – schneidet sich beim Anziehen selbst ins Rohr und stellt so den Formschluss her. Erst bei 40 Nm ist dieser Formschluss vollständig aufgebaut.
Zu locker: Die Schraube greift nicht tief genug, die Demontagekraft bricht ein. Zu fest: Das Rohr wird eingedrückt, und der Verbinder verliert seinen sauberen Sitz. Ein Drehmomentschlüssel kostet wenig und ist bei tragenden Konstruktionen keine Option, sondern Voraussetzung. Handfest mit dem Innensechskantschlüssel liegt erfahrungsgemäß deutlich unter 40 Nm.
Zwei Einschränkungen, die wir deutlich sagen
Nicht im Gerüstbau. Für Arbeits- und Schutzgerüste gelten eigene Regelwerke und eigene Zulassungen. Unsere Rohrverbinder sind dafür nicht geprüft und dürfen dort nicht eingesetzt werden – auch nicht „nur kurz“ oder „nur als Hilfskonstruktion“.
Nachziehen bei dynamischer Belastung. Wo dauerhaft Bewegung, Vibration oder Wind einwirken, gehören die Schraubverbindungen in regelmäßigen Abständen kontrolliert und nachgezogen. Das ist bei jeder Schraubverbindung so und beim Rohrverbinder nicht anders.
Was die Werte nicht ersetzen
Sie gelten für die einzelne Verbindung. Ob ein ganzes Geländer die geforderte Holmlast aufnimmt, hängt zusätzlich von Pfostenabstand, Rohrquerschnitt, Wandstärke und vor allem von der Verankerung im Untergrund ab. Bei öffentlich zugänglichen Absturzsicherungen gehört diese Rechnung in fachkundige Hände. Wir liefern die Kennwerte – die Bemessung bleibt Sache des Planers.
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