Die Frage kommt bei fast jedem Projekt: schweißen oder schrauben? Der Materialpreis ist dabei der uninteressanteste Teil der Rechnung. Entscheidend sind vier andere Posten.
1. Werkzeug und Qualifikation
Für die geschraubte Variante genügen Innensechskantschlüssel, Rohrabschneider, Entgrater und Zollstock. Für die geschweißte kommen Schweißgerät, Schutzausrüstung, Trennschleifer und – im gewerblichen Bereich – der Nachweis der Schweißeignung hinzu. Wer einmal im Jahr ein Geländer baut, amortisiert kein Schweißgerät.
2. Zeit auf der Baustelle
Rohr ablängen, entgraten, stecken, anziehen: Ein Feld ist in Minuten fertig. Beim Schweißen kommen Heften, Ausrichten, Durchschweißen, Schlacke entfernen und Schleifen dazu. Der Unterschied wächst mit jeder Verbindung – und ein Geländer hat viele.
3. Nacharbeit am Korrosionsschutz
Das ist der Posten, den fast alle unterschätzen. Eine Schweißnaht brennt die Verzinkung auf mehreren Zentimetern weg. Wird die Stelle nur mit Zinkspray überstrichen, beginnt dort in zwei bis drei Jahren der Rost – sichtbar als brauner Läufer auf dem hellen Rohr. Bei der geschraubten Verbindung bleibt die Feuerverzinkung unversehrt, und die Klemmschraube aus Edelstahl V2A rostet nicht fest.
4. Änderbarkeit
Ein geschweißtes Geländer ist fertig. Ein geschraubtes lässt sich versetzen, verlängern, um ein Tor ergänzen oder für eine Sanierung abbauen und wieder aufbauen. Für Betriebe, deren Flächen sich verändern, ist das der eigentliche Grund für Rohrverbinder.
Wo Schweißen die bessere Wahl bleibt
Bei hohen dynamischen Lasten, bei geforderten Ausführungsklassen mit Schweißnachweis, und wenn aus gestalterischen Gründen kein Verbinder sichtbar sein darf. Für den letzten Fall gibt es allerdings eine dritte Möglichkeit: Edelstahl-Steckfittinge, die ins Rohr gesteckt und verklebt werden.
Die vollständige Gegenüberstellung steht unter Geländer ohne Schweißen bauen.